Gülyali 09.04.2024 🇹🇷













Von Trabzon aus führt uns die heutige Strecke dem Schwarzen Meer entlang nach Gülyali. Unser Ziel ist ein Stellplatz, welcher erst letztes Jahr eröffnet wurde, lassen wir uns überraschen. Der Weg entlang dem Meer ist sehr abwechslungsreich, Städte und Dörfer reihen sich in kurzen Abständen aneinander und die kurvenreiche Strasse gibt immer wieder neue Eindrücke dieser schönen Gegend. Leider ist das Wetter etwas verhangen und speziell das Pontische Gebirge ist im Nebel nur teilweise sichtbar. Am Mittag machen wir Halt in Kesap, einer kleinen Stadt etwas 50km vor unserem heutigen Ziel. Wir besuchen den lokalen Markt und können natürlich den Leckereien nicht wiederstehen. Am Ende sind es Käse, Brot, Haselnüsse, Haselnussaufstrich und Haselnussgebäck….denn wir sind im Haselnussland! Auch das Brot ist richtig lecker, wird doch vieles noch im Holzofen gebacken, was man immer wieder an den grossen Holzhaufen vor den Bäckereien sieht.
Am Nachmittag erreichen wir dann unseren Stellplatz, ein wirklich neuer Platz, welcher uns umgerechnet CHF 14.00 pro Nacht kostet. Nicht schlecht für die ganze Infrastruktur mit Wasser, Strom und warmen Duschen.
Noch kurz wieder einmal alle Schrauben an unserem Joey prüfen, denn wir wollen ja nicht ein Rad oder einen Dämpfer verlieren. Anschliessend geht’s noch ein wenig die Füsse vertreten. Und was finden wir….ein ganz tolles Kaffee, welches nebenbei auch noch super Schokolade verkauft….was will man mehr?
Wenn die Sonne verschwindet wird es schnell kalt und so entschliessen wir uns den Abend im warmen Joey zu verbringen. Morgen steht dann wieder einmal eine längere Etappe auf dem Programm.
Samsun 10.04.2024 🇹🇷












Von Gülyali geht’s heute 325km weiter bis fast nach Corum. Als erstes treffen wir auf die Grossstadt Samsun, welche wir allerdings umfahren. Per Zufall sehen wir die Bandirma, ein Nachbau des Dampfschiffs von Atatürk. Die Bandirma (Bandırma Vapuru) ist das Schiff, das Mustafa Kemal Atatürk mit seinem Stab als Kommandeur der 9. Armee von Istanbul nach Samsun gebracht hat. Der Nachbau des Schiffes ist heute ein Museum in Samsun. Das Museum besuchen wir allerdings nicht, denn wir wollen zeitig am Stellplatz ankommen…..
Schon bald setzt allerdings das Bedürfnis nach einem guten Kaffee ein und siehe da, wir finden auch ein tolles Restaurant. Nun…..schon bald merken wir, dass das Personal und wir uns nur mit Handzeichen verständigen können und wir enden mit einem „Standard Frühstück“….. Die Bilder erzählen den Rest und für Kaffee gabs leider keinen Platz mehr. Aber richtig lecker war’s und das für umgerechnet etwas mehr als 15 Franken für uns beide.
Heute wird hier das Ende des Ramadans mit dem Zuckerfest gefeiert. Wir feiern mit, denn ab sofort sind auch die Kaffees tagsüber wieder offen…
Mit vollem Magen geht’s weiter Richtung Corum, wo wir einen Stellplatz an der Autobahn ausgesucht haben. Nicht sehr idyllisch, nicht sehr ruhig aber praktisch für unseren Besuch von Corum und Hattusa, welche morgen auf dem Programm stehen.
Corum 11.04.2024 🇹🇷


















Eigentlich wären wir an Corum vorbeigefahren, aber Adriana wollte doch mal die Stadt sehen wo ihre Ex-Arbeitskollegin herkommt. Und so parkieren wir unseren Joey etwas ausserhalb bei einem Park. Und wir sind überrascht….Corum hat doch einiges zu bieten. Der Park wie auch diverse Shopping-Center sind ziemlich neu und top-modern. Aber eigentlich ist unser Ziel das Museum. Also geht’s zum Museum und das alles auf nüchternen Magen….Das Museum entpuppt sich allerdings als richtig interessante Fundgrube der Antike und wir lernen einiges über Hattusa, welches wir morgen besuchen werden. Dann aber geht’s zum Kaffee….nein noch nicht ganz, es gibt noch ein kleines Mittagessen….wahrscheinlich der grösste Wrap den wir je in unserem Leben haben werden. Danach endlich einen Espresso und ein wenig entspannen. Auf dem Retourweg geht’s noch kurz ins Corum-Miniature und Kichererbsen, eine lokale Spezialität, nehmen wir auch noch mit.
Mit all den tollen Erlebnissen geht’s gleich weiter nach Bogazkale, wo wir morgen die Ausgrabungsstätte von Hattusa besuchen werden.
Hattusa 12.04.2024 🇹🇷






















Auf nach Hattusa….Steine gucken. Die Besichtigung der sehr imposanten, archäologischen Ausgrabungsstätte Hattusa beging wie sie beginnen soll. Nämlich im Souvenir-Shop. Dort werden wir von zwei älteren, pensionierten, lokalen und sehr sympathischen Herren überredet ein Stück Stein mit handgemachten Eingravierungen zu kaufen. Nun ja 10 Euro sind ja ok und es ist ja ein Spezialpreis.
Danach gehts aber richtig los….wie es sich gehört mit dem Fahrzeug.
Ḫattuša oder Hattuscha (auch Hattusa, türkisch Hattuşaş) war vom späten 17. bis zum Anfang des 12. Jahrhunderts v. Chr. die Hauptstadt des Hethiter-Reiches. Ihre Überreste liegen in der türkischen Provinz Çorum beim Ort Boğazkale (früher Boğazköy) im anatolischen Hochland, etwa 180 Kilometer östlich von Ankara. Nördlich der antiken Landschaft Kappadokien lag dort im Bogen des Kızılırmak (antik Halysbogen) im 2. Jahrtausend v. Chr. der Kern des Hethiterreiches, in dessen Zentrum Ḫattuša lag.
Obwohl wir auf unserer Reise so einiges gesehen haben, diese Stätte ist doch nochmals etwas spezielles und wir sind bis um etwa 11:00 so ziemlich die einzigen auf der gesamten Anlage.
Um 12:00 geht’s dann weiter, denn wir wollen heute noch nach Ankara. Wir sind scheinbar nicht die Einzigen und so geht unser Weg etwas länger als geplant. Trotzdem erreichen wir Ankara wohlbehalten und unser Stellplatz kennen wir ja schon. Wir stehen wieder auf demselben Platz wie auf der Hinreise, perfekt für einen Besuch der Hauptstadt. Am Abend geht’s noch zum Nachtessen, wo wir noch ein paar nette Jugendliche treffen, mit denen wir uns bis spät noch über vieles unterhalten.
Ankara 13.04.2024 🇹🇷





















Einen Tag in Ankara gönnen wir uns, denn auch die Hauptstadt hat einiges zu bieten. Wir entscheiden uns für den Besuch des Museums für anatolische Zivilisationen. Das Museum, auch bekannt als Hethitermuseum, ist neben dem Arkeoloji Müzesi in Istanbul das bedeutendste archäologische Museum der Türkei. Es liegt im Stadtteil Atpazarı in der Altstadt von Ankara unterhalb der Zitadelle. Was es dort zu sehen und lesen gibt würde mindestens einen Tag füllen und ein Besuch ist ohne Bedenken empfehlenswert. Es geht zwar ziemlich steil den Hügel rauf, man wird allerdings belohnt mit einer tollen Aussicht. Anschliessend, nach einer kurzen Kaffeepause, geht’s noch in die Zitadelle, zum höchsten Punkt des Hügels. Eigentlich ein Touristenspot mit vielen kleinen Läden, ist die Zitadelle jedoch sicher ein Höhepunkt eines Ankara-Besuchs. Die Rundumsicht ist imposant, Ankara kann von hier aus in allen Richtungen betrachtet werden. Anschliessend „gnüegelets“ dem Herrn Gemahlen und es geht retour zum Joey wo Frau Gemahlin ein leckeres Mittagessen hinzaubert.
Gestärkt und Batterien wieder geladen geht’s nochmals auf Erkundungstour. Dieses Mal in Richtung Kizilay, ein etwas modernerer Stadtteil mit vielen Läden, Restaurants, Kaffees und Unmengen von Leuten. Dort gibt’s Kleider ohne Ende und wir werden richtig Müde vom Erkunden. Kaum zu glauben, aber es sind schon wieder mehr als 10km die wir zurückgelegt haben, da haben wir uns aber nochmals eine Pause verdient.
Zum Nachtessen sind wir uns einig, Kebab kommt definitiv nicht in die „Tüte“, von dem haben wir langsam aber sicher genug. Und siehe da, wir finden ein Restaurant ohne Kebab! Das Restaurant heisst Rumeli und die Menükarte hat keine Bilder…. Doch das nette Personal zeigt uns alle Speisen am Büffet und wir entscheiden uns für eine einfache Lammspezislität. Gut haben wir die Speiselkarte nicht übersetzt, sonst wären wir mit Sicherheit nicht sitzengeblieben…. Für kulturinteressierte ist die Menükarte als Bild angefügt, als Hinweis: Das Meiste sind Innereien.
Nach gutem Speis und Trank geht’s wieder retour zum Joey und wir geniessen den Rest des Abends mit einer (oder mehreren) Runden Skip Bo.

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