Vom Orient ins Gebirge: From ancient rock cities to the misty cliffs of Sümela

Mydyat 02.04.2024 🇹🇷

Ein blauer Camperparkplatz vor einem historischen Gebäude mit kunstvollen Steinmetzarbeiten und einem großen Tor.

Und es geht weiter! Der Morgen danach, nochmals ein paar Umarmungen und dann stehen wir alleine da. Schon etwas komisch nach fast 6 Monaten keine Gruppe mehr zu haben. Wie haben wir uns gefreut, nun auch mal alleine loszuziehen, die Ziele selber festzulegen, alles selber zu planen.

Ein Paar posiert vor einer historischen Gebäude mit einer massiven Eingangstür, während ein blauer Wohnmobil im Hintergrund parkt.

Nun ist es also Wirklichkeit und wir machen uns auf den Weg. Unser Ziel heisst Diyarbakir, etwa 160km von Midyat entfernt.

Diyarbakir 02.04.2024 🇹🇷

Außenansicht des Radisson Blu Hotels bei Nacht, beleuchtet mit blauen Lichtern, mit Eingangsbereich und mehreren Flaggen im Vordergrund.

Nach einem halben Jahr Camper-Life geht’s nun mal wieder in ein Hotelzimmer. Wir haben eine Reservation im Radisson Blu in Diyarbakir, wo wir uns wieder einmal so richtig entspannen können.

Innenansicht eines modernen Restaurants mit stilvollen Tischen und Stühlen, einem Blick auf das Buffet und einem Kellner, der den Gästen dient.
Ein Mann sitzt in einem Restaurant und bereitet sich darauf vor, ein Steak zu essen. Vor ihm liegen verschiedene Beilagen und Saucen auf dem Tisch. Er hält ein Steakmesser und eine Gabel in der Hand.
Ein Mann sitzt entspannt in einem Café und blickt auf sein Smartphone. Auf dem Tisch vor ihm stehen zwei Tassen Kaffee, eine Wasserflasche und eine Brille. Im Hintergrund sind grüne Pflanzen und eine moderne Café-Umgebung zu sehen.

Kaffee-Pausen wann immer wir wollen, am Abend wieder einmal kein Hünchen mit Reis und ein richtig gutes Frühstücksbuffet.

Campen macht Spass….aber sich wieder einmal so richtig bedienen zu lassen ist auch nicht ohne. Die nächsten zwei Tage geht’s dann wieder auf Entdeckungstour….Diyarbakir bietet einiges.

Diyarbakir 03.04.2024 🇹🇷

Wir geniessen es, Diyarbakir ohne Zeitlimits zu erkunden. Heute geht’s in den neueren Stadtteil, Shoppen ist angesagt. Leider gibt es dazu keine Bilder, wir waren zu beschäftigt. Aber morgen geht’s in den alten Stadtteil, da gibt’s dann wieder richtig tolle Bilder.

Ein Tisch mit verschiedenen Salaten und Beilagen in einem Restaurant. Auf dem Tisch liegen eine Gabel und ein Löffel sowie ein Stofftuch.

Am Abend gibt’s…..Kebab, was den sonst. Dazu das obligate Ramadanmenü, gratis natürlich, den Ramadansong und viele Gäste. Ab etwa 8 Uhr passiert immer dasselbe: innert Minuten räumt sich das Restaurant und wir sitzen meist ganz alleine da. Noch bis am 9.April, danach ist der Ramadan zu Ende und es beginnt die Ferienzeit in der Türkei….na dann Prost Stellplätze….

Eine große Moschee mit mehreren Minaretten, unter einem bunten Abendhimmel.
Seitenansicht einer Moschee mit Säulen und einem hohen Minarett, unter einem farbenfrohen Himmel bei Sonnenaufgang.
Ein Spaziergänger geht auf einem Gehweg mit Bäumen und einem schmiedeeisernen Zaun, während der Sonnenuntergang den Himmel in warmen Farbtönen beleuchtet.

Die Mosche fanden wir noch ganz hübsch und Adriana hat ein paar Bilder gemacht. Durch eine lokale, sehr nette Dame wurden wir allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass diese Mosche nicht wirklich historischen Wert hat. Seis drum, die Fotos sind gemacht und wir wollen sie niemandem vorenthalten.

Diyarbakir 04.04.2024 🇹🇷

Heute sind wir im ursprünglichen Teil von Diyarbakir, ein richtig farbenprächtiger und sehr lebhafter Stadtteil welcher richtig Spass macht.
Wir starten mit einer Karawanserei, die Hasan Pasha Han, welche uns gleich fasziniert. Es ist bei weitem nicht die grösste oder bekannteste Karawanserei unserer Reise aber die Stimmung hier ist ganz speziell. Auf dem relativ kleinen Innenhof gibt es diverse Läden, Kaffees und Restaurants. Wir entscheiden uns allerdings, zuerst Denners des Stadtteils zu erkunden und später zurückzukehren. Und obwohl gestern Einkaufen angesagt war, wir können es einfach nicht lassen mit den Verkäufern zu verhandeln….
Diyarbakir und speziell der Stadtteil in dem wir uns befinden, genannt Sur, hat eine sehr tragische Vergangenheit. Im Jahre 2016 wurde für Sur der Ausnahmezustand verhängt und die türkische Armee rückte in den Stadtteil ein. Die Aktion galt dem Kampf gegen die PKK, welche in diesem Stadtteil sehr aktiv war. Details dazu findet man auch auf dem Internet.
Wie beabsichtigt, enden wir wieder in der Karawanserei und geniessen einen….Tee. Anschliessend geht’s noch zu einer Mosche, welche noch sehr sehenswert ist und siehe da, um die Ecke erwartet uns etwas völlig unerwartetes. Eine völlig neu aufgebaute Strasse mit sehr modernen Kaffees und Restaurants. Also nichts wie rein und doch noch einen Espresso geniessen.

Diyarbakir 05.04.2024 🇹🇷

Nach drei Nächten im Hotel geht’s wieder retour in unser gewohntes Zuhause. Der Weg führt uns weg von Diyarbakir in Richtung unseres ersten Zieles, dem Schwarzen Meer. Unterwegs warten einige Höhepunkte auf uns und wir sind gespannt, was uns die Türkei noch zu bieten hat. Als erstes geht’s nach Keban, oder besser, in die Hügel hinter der Stadt. Die etwas mehr als 200km benötigen einiges an Zeit, die Fahrt ist allerdings sehr spektakulär. Immer wieder wird die Landschaft verzaubert durch die Blühenden Kirschblüten. Und so erreichen wir im späteren Nachmittag die Zufahrt zu unserem heutigen Stellplatz. Kurze 10km und wir sind da….Laut iOverlander eine einfache Zufahrt und der Stellplatz wunderschön. Nun ja, für die 10km. Benötigen wir fast eine Stunde und der Stellplatz….keine Chance, der ist so stark abfallend, da kriegen wir unseren Joey nie gerade hin. Also heisst es wieder einmal, Alternative suchen und Ruhig bleiben. Zu zweit kein Problem und bald haben wir ein schönes Plätzchen gefunden. Hier stört uns sicher keiner….ausser den Bären und Wölfen, welche es im Pontischen Gebirge geben soll😎

Erzican 06.04.2024 🇹🇷

Nach einer sehr ruhigen Nacht geht es heute weiter nach Erzican. Da wir nicht so gerne in dichtbesiedelten Gebieten übernachten, wählen wir einen Stellplatz kurz vor Erzican.
Was uns heute so genau erwartet wissen wir nicht, denn im Gebiet der detaillierten Reiseplanung sind wir noch nicht angekommen. Und um ehrlich zu sein, es ist auch nicht unser Ziel.
Der heutige Tag ist wieder einmal ein Beweis, wie toll Reisen sein kann wenn alles stimmt. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir über mehrere Pässe, sehen die Schneeberge, fahren durch enge Schluchten und wunderschöne, kleine Dörfer. Die Mittagspause machen wir in Kemaliye, einem kleinen Dörfchen, mitten in den Bergen. Wir erreichen das Dörfchen nach einer wunderschönen, serpentinenreichen Abfahrt und sind uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass bis 2002 hier die Strasse zu Ende war. Die Brücke und mehrere Tunnels wurden über einige Jahre, zum Teil durch die lokale Bevölkerung erstellt.
Nach unserer Pause geht es weiter in Richtung Erzican. Mit Pässen ist es nun mal fertig…denken wir. Aber dem ist nicht so, auch der Nachmittag beschert uns nochmals tolle Bilder. Kurz vor Erzican kommt also unser Stellplatz…und wieder heisst es Alternative suchen. Denn der Boden ist sehr Nass und der Weg ist nicht passierbar. Aber auch hier finden wir eine gute Alternative, ein verlassenes Haus welches uns etwas Schutz vor der Strasse bietet, gefunden über Stay4Night. Bären soll’s auch hier geben, aber bis jetzt haben wir nur ein Eichhörnchen gesehen.

Maçka 07.04.2024 🇹🇷

Sumela / Trabzon 08.04.2024 🇹🇷

Der heutige Morgen startet gleich mit einem Highlight: das Sumela Kloster. Das Sumela-Kloster ist ein ehemaliges griechisch-orthodoxes Kloster aus byzantinischer Zeit in der Nordosttürkei in Maçka (Provinz Trabzon). Der Name stammt vom griechischen Melas (Schwarz), nach dem griechischen Namen des Berges, in dessen Felswand das Kloster gebaut wurde. Bis auf vier Kilometer dürfen wir mit dem eigenen Fahrzeug, danach geht’s mit einem Kleinbus steil den Berg hinauf. Und die letzten 360m geht’s zu Fuss bis dann auch noch eine ziemlich lange Treppe folgt….der Anblick muss man sich verdienen! Die Stimmung ist ziemlich mystisch, Nebelschwaden verdecken immer wieder die Sicht auf das Kloster. Das Schild mit den Eintrittspreisen ist dann aber sehr gut sichtbar…als Nicht-Einheimische zahlen wir 40 Euro. Aber es lohnt sich!
Nach unserem Besuch geht’s weiter nach Trabzon, wo wir die Hagia Sofia, eine bekannte Moschee besuchen. Die Hagia Sophia ist eine große, ehemalige byzantinische Klosterkirche. Die Kreuzkuppelkirche wurde im 13. Jahrhundert errichtet, als Trabzon / Trapezunt die Hauptstadt des gleichnamigen Kaiserreichs war, während der osmanischen Herrschaft im 16. Jahrhundert in eine Moschee umgewandelt und mit Unterbrechungen bis in die 1950er Jahre in dieser Funktion verwendet. Nach der Restaurierung der erhaltenen Fresken, die unter einem weiß gestrichenen Wandputz freigelegt wurden, war das bedeutendste Baudenkmal der Stadt seit 1964 als Museum (Aya Sofya Müzesi) zugänglich. Nach einer umstrittenen Gerichtsentscheidung von 2012 wurde die Hagia Sophia wieder in eine Moschee umgewandelt.
Anschliessend erkunden wir Trabzon, allerdings zieht es uns bald auf unseren Stellplatz etwas ausserhalb der Stadt. Von unserem Camper aus haben wir einen tollen Ausblick auf das Schwarze Meer, ein schöner Sonnenuntergang beendet (fast) diesen tollen Tag. Jetzt geht’s noch kurz über die Strasse ins Restaurant, wo es noch was leckeres zu Essen gibt….und danach kein Abwasch!

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