Yanbu 12.02.2024 🇸🇦









Eigentlich wäre Jeddah noch ein Tag mehr wert gewesen, aber Saudi-Arabien ist gross und wir haben noch einiges vor uns. Und obwohl es scheint, dass uns sogar die Insekten mögen, verlassen wir Jeddah bereits wieder. Also weiter, dem Roten Meer entlang nach Yanbu. Neben tollen Landschaften kriegen wir auch zwei Sandstürme geboten. Schon etwas speziell, neben dem Sand ist auch die Sicht sehr schlecht und unser Joey muss ganz schön arbeiten um auf der Strasse zu bleiben. Aber auch dass geht vorbei und wir erreichen unseren heutigen Stellplatz in Yanbu bei schönstem Sonnenschein. Yanbu ist ein bedeutender Hafen am Roten Meer, in der Provinz Medina im westlichen Saudi-Arabien. Die Stadt liegt etwa 350 Kilometer nördlich von Jeddah und hat etwa 330’000 Einwohner. Den Sonnenuntergang erhalten wir anschliessend noch direkt vor unserer „Haustüre“ geboten.
Yanbu 13.02.2024 🇸🇦













Eigentlich steht heute eine Bootstour auf dem Programm, aber wir entschliessen uns den heutigen Tag etwas gemütlicher anzugehen. Yanbu hat doch einiges zu bieten, zum Beispiel das Haus von Lawrence of Arabia (wird renoviert und ist geschlossen), das gleichnamige Museum (öffnet erst um 15:00) oder ganz tolle Kaffees, welche auch erst am späteren Nachmittag öffnen Also….gibts einen langen Fussmarsch, denn ein Kaffee am anderen Ende der Stadt ist geöffnet. Auf dem Weg dahin geht’s durch die Altstadt, den Gemüsemarkt sowie den Fischmarkt. Im Kaffee unterhalten wir uns wieder sehr lange mit einem lokalen Saudi, welcher uns viele sehr interessante Infos mitgibt. Gegen seine Bezahlung unserer Kaffees und Gebäck können wir uns nicht wehren, sein anschliessendes Geschenk (Fluchtlichtausrüstung!) lehnt Adriana dankend ab bevor ich es in Empfang nehmen kann…. Naja, dann halt eben nicht. Die Gastfreundlichkeit in dieser Region der Welt ist einmalig und für uns Schweizer in dieser Form völlig fremd.
Anschliessend machen wir uns auf den Weg nach Medina. Auf IOverlander finden wir einen schönen Stellplatz ca. 100km vor Medina. Tanken und entleeren und dann nicht wie los, wir wollen schliesslich vor dem Einbruch der Dunkelheit eintreffen.
Al-Madinah 14.02.2024 🇸🇦







Wir entscheiden uns die 220km von Yanbu nach Medina aufzuteilen, da wir erst am späteren Nachmittag losfahren. Mit der Hilfe der iOverlander-App finden wir einen sehr schönen und ruhigen Stellplatz in einem Wadi. Kurz nach unserer Ankunft kommt der Besitzer des angrenzenden Gutes und teilt uns mit, dass es in Ordnung ist hier zu übernachten. Leider wird es bald dunkel und wir verschieben das Auskundschaften auf morgen.
Nach einer sehr angenehmen und ruhigen Nacht geht’s also auf eine kurze Wanderung bis ans Ende des Wadi. Die Landschaft ist sehr karg und trotzdem findet man immer wieder Tierherden, welche sich von den wenigen Gräsern und Bäumen ernähren. Nach einem reichhaltigen Morgenessen geht’s weiter in Richtung Medina.
Al-Madinah 15.02.2024 🇸🇦

















Heute geht’s wieder einmal auf einen gemeinsamen Ausflug, das Ziel heisst Medina! Bis vor kurzem durften hier nur Muslime die Stadt betreten und wir gehören zu den ersten, welche bis zur zweitwichtigsten Mosche kommen Dürfen. Aber dazu später, zuerst geht’s in die Koran-Druckerei. Fast jeder Muslim, welcher nach Mekka kommt geht anschliessend nach Medina. Dazu gehört, neben dem Besuch der grossen Mosche, auch ein Besuch der Koran – Druckerei. Unendliche Schlangen erwarten uns vor dem riesigen Gelände und unsere Vorfreude auf den Besuch sinkt deutlich. Unser Erstaunen ist aber umso grösser, als uns unser Reiseleiter Ali erklärt, dass wir direkt reindürfen und eine separate Führung erhalten. Am Ende dr Führung erhält jeder Besucher einen Koran in der jeweiligen Landessprache. Dies ist übrigens einer der Hauptgründe weshalb Muslime diese Druckerei besuchen.
Jetzt geht’s zur grossen Mosche! Eigentlich sind Non-Muslime nicht im Innern der Mosche erlaubt, aber die Regeln werden seit einiger Zeit etwas gelockert. Also sind wir zuversichtlich, dass wir eine der ersten Gruppen sind, welche in die Mosche reindürfen. Um es kurz zu fassen….es hat nicht ganz geklappt. Ob es nun aufgrund des E-Rollers, mit welchem einer unserer Teilnehmer frisch-fröhlich in die Mosche reinfährt, dem doch sehr touristischen Auftreten mit Fotoapparaten oder einfach nur aufgrund schlechtgelaunter Sicherheitsleute war…..wir werden nach ein paar Minuten im wahrsten Sinne des Wortes rausgeschmissen. Aber was soll’s, auch von aussen ist die Moschee absolut bewundernswert und wir sind ja trotzdem eine der wenigen Non-Muslime welche bis hierher gekommen sind.
Sind wir schon einmal in Medina, nehmen wir auch noch gleich das bekannte Museum mit. Das Museum ist sehr interessant, allerdings ist der Unterhalt nicht gerade 1a und eventuell hat man über die Jahre ein wenig das Konzept verloren. Trotzdem sehr interessant und auch hier können wir und mit sehr vielen Menschen aus der ganzen Welt unterhalten.
Etwas müde aber begeistert von Medina geht’s retour zum Bus und anschliessend zum Stellplatz.
Al-Madinha 16.02.2024 🇸🇦





Am späteren Nachmittag entscheiden wir uns, Medina wieder zu verlassen und bereit ein paar Kilometer der morgigen Strecke zurückzulegen. Denn morgen geht’s nach Buraydah, eine Fahrt von mehr als 500km! Natürlich darf ein gutes Kaffee auf dem Weg nicht fehlen. Und siehe da, Adriana findet ein Kaffee, überzeugt das Personal uns trotz geschlossenen Türen ( wir sind 30 min zu früh) Eintritt zu gewähren und hier haben wir mehr Glück als in der Mosche…wir dürfen rein. Und was uns erwartet ist vor allem für mich mit sehr viel Erinnerung an meine Tätigkeit bei Leister verbunden. Neben einer brandneuen Kaffeeröstmaschine (die erste von diesem Typ in Saudi Arabien) sind auch noch zwei Anlagen der Firma Probat in Betrieb. Es gäbe noch so viel mehr zu dieser Rösterei zu erzählen aber….es geht ja ums Reisen! Der Kaffee ist sehr gut und wir können es uns nicht nehmen lassen, unseren Kaffeebohnen-Vorrat etwas zu vergrössern. Ein tolles Erlebnis, welches wir so nicht erwartet haben.
Al-Madinha 16.02.2024 🇸🇦





Und wieder einmal erlaben wir die Gastfreundschaft, welche in diesem Teil der Welt wirklich einmalig ist. Auf unserer Such nach einem Platz zum Übernachten, stellen wir unseren Joey an eine grosse Mauer, welche zu einer Farm gehört. Wir werden allerdings vom Farmbesitzer beobachtet und wir entschliessen uns, uns kurz bei ihm vorzustellen und um Erlaubnis zu fragen. Selbstverständlich dürfen wir hier bleiben, aber natürlich nicht ausserhalb der Farm sondern auf Farm! Sofort wird und die Familie vorgestellt, der Vater und seine Söhne, die Mütter sind nicht auf der Farm. Mütter in der Mehrzahl? Der Vater erzählt uns mit Stolz, dass die Söhne von seinen vier seiner Ehefrauen sind. Die zwei jüngsten Söhne sind etwa 6 jährig, der Vater erzählt uns er sei 71…..andere Länder, andere Sitten. Es entsteht ein ganz lustiger Abend, wir können kein Arabisch, die Saudis kein Englisch, die angestellten Pakistanis versuchen’s in Englisch, was wir nicht wirklich verstehen…..aber zum Glück gibt’s Google Translate und die Welt versteht sich wieder. Sogar Witze werden übersetzt und Fotos ergeben den Rest. Das Essen wird uns in den Camper gelegt und zum anschliessenden Kaffee geht’s in die zweite Runde mit Google Translate. Müde aber wieder um ein paar Erfahrungen reicher geht’s anschliessend ins Bett.
Buraydah 17.02.2024 🇸🇦
















Wir sind in Buraydah, bekannt für den grössten Kamelmarkt von Saudi-Arabien. Und wir werden nicht enttäuscht! Um 6:00 klingelt der Wecker, den Tiermärkte finden immer am Morgen statt. Noch ein paar Kilometer fahren und plötzlich tut sich vor uns ein riesiger Markt auf. Kamele soweit das Auge reicht! Die angefügten Bilder geben einen kleinen Eindruck, welcher dem wirklichen Geschehen aber kaum gerecht werden, ein einmaliges Erlebnis! Anschliessend geht’s in die Innenstadt. Fast ohne Verkehr erreichen wir unser Ziel….das Museum. Auch vor dem Museum ist fast niemand, denn…es ist Samstag und so ziemlich alles öffnet erst etwa um 16:00. Also abwarten und Kaffee trinken.
Naja, so lange wollen wir nun auch nicht Kaffee trinken und wir machen uns auf zu Ali‘s Farm. Ali ist unser Reiseführer und er besitzt eine Farm in Buraydah. Hier werden wir für mindestens eine Nacht bleiben und heute Abend noch ein traditionelles Barbecue geniessen.
Fayd 18.02.2024 🇸🇦














Unser nächstes Ziel ist Al Ula, eine Siedlung mit vielen bekannten Felsformationen. Die ca. 700km machen wir in drei Tagen und heute steht eine freie Etappe an. Dass heisst wir suchen uns einen eigenen Stellplatz, einfach dort wo wir einen schönen Ort finden. Für uns ist dies in Fayd etwa 190km von Buraydah entfernt. Wir finden einen tollen Park auf einem Hügel. Die Aussicht ist einmalig und der Park ist komplett leer. Wir erkunden die Umgebung und geniessen den Sonnenuntergang um etwa 18:00. Anschliessend wird es doch ein wenig kalt und wir gehen „nach Hause“. Um etwa 20:00 kommt noch ein Parkwächter, welcher etwas fragt was wir nicht verstehen und wir antworten so etwa mit Händen und Füssen. Am Ende winkt er uns zu und wir nehmen an, dass wir hier bleiben dürfen. Die Nacht ist sehr ruhig und schlafen bestens ohne weitere Störungen.
Ha’il / Jubba 19.02.2024 🇸🇦


















Und weiter geht’s Richtung Al Ula. Heute steht die Etappe von Fayd nach Jubbah auf dem Programm. Die etwas mehr als 200km sind schnell hinter uns gebracht allerdings machen wir noch einen Shopping-Halt in Ha‘il. I’m späteren Nachmittag erreichen wir den Ort Jubbah, welcher sehr bekannt ist für seine Felszeichnungen. Einige der Felsgravuren sind bis zu 10‘000 Jahre alt. Unser Guide kennt sich besten aus, er hat sogar ein Buch zum Thema geschrieben und weiss auch sehr viel zu den einzelnen Zeichnungen zu erzählen. Noch fast etwas beeindruckender als die Zeichnungen sind die Felsformationen! Nach gut zwei Stunden verabschieden wir uns von Jubbah und brechen auf zu unserem heutigen Stellplatz, ein Ort mitten in der Natur…wir sind gespannt und werden auch nicht enttäuscht.
Ha’il 20.02.2024 🇸🇦









Unsere heutige Tagesetappe führt uns von Jubbah über Ha‘il zu unserem Stellplatz mitten in der Natur. Wie immer verändert sich die Natur konstant während unserer Fahrt und wir erreichen unseren heutigen Stellplatz vollgepackt mit neuen Eindrücken. Aber auch der Stellplatz ist nicht ohne…Mitten in der Natur erwartet uns zuerst einmal eine Schafherde. Entscheiden wo wir unser Joey hinstellen ist der nächste Task, gar nicht so einfach, je mehr Platz desto mehr Optionen. Fahrzeug platziert und noch schnell auf den Hügel rauf, die Sonne geht hier ja bereits um etwa 18:00 unter.
Alula 21.02.2024 🇸🇦











Von unserem Naturstellplatz geht’s heute nach Al Ula. Und was uns dort erwartet ist absolut einmalig und nur sehr schwer mit Bildern festzuhalten. Auf dem Weg zu unserem Stellplatz geht’s zuerst zum Elephant Rock und anschliessend zum Harram Aussichtspunkt. Was wir hier sehen ist wirklich unbeschreiblich, wir lassen einfach die Bilder sprechen…..
Hegra Archeological Site 22.02.2024 🇸🇦














Heute steht der Besuch von Hegra auf dem Programm. Mit einem Bus fahren wir mitten in die Wüste, wo uns unzählige, antike Grabstätten der Nabatäer erwarten. Hegra oder Al-Hijir ist Saudi-Arabiens erste UNESCO-Welterbestätte.
Hegra ist die größte erhaltene Stätte der nabatäischen Zivilisation südlich von Petra in Jordanien. Sie beherbergt gut erhaltene monumentale Gräber mit verzierten Fassaden aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert n. Chr. Die Stätte enthält außerdem etwa 50 Inschriften aus der vornabatäischen Zeit und einige Höhlenzeichnungen. Al-Hijr ist ein einzigartiges Zeugnis der nabatäischen Zivilisation. Mit seinen 111 monumentalen Gräbern, von denen 94 verziert sind, und den Wasserbrunnen ist die Stätte ein herausragendes Beispiel für die architektonische Leistung und das hydraulische Know-how der Nabatäer.
Die archäologische Stätte von Al-Hijr ist eine der wichtigsten Stätten der nabatäischen Zivilisation im Süden ihres Einflussgebiets. Ihre Integrität ist bemerkenswert und sie ist gut konserviert. Sie umfasst ein bedeutendes Ensemble von Gräbern und Monumenten, deren Architektur und Verzierungen direkt in den Sandstein gehauen sind.
Sie zeugt vom Zusammentreffen verschiedener dekorativer und architektonischer Einflüsse (assyrisch, ägyptisch, phönizisch, hellenistisch) und von der epigraphischen Präsenz mehrerer alter Sprachen (lihyanisch, thamudisch, nabatäisch, griechisch, lateinisch).
Sie zeugt auch von der Entwicklung nabatäischer Agrartechniken, bei denen eine große Anzahl künstlicher Brunnen in felsigem Boden genutzt wurde. Die Brunnen sind immer noch in Betrieb.
Und die antike Stadt Hegra/Al-Hijr ist auch ein Zeugnis des internationalen Karawanenhandels in der Spätantike.
Alula 23.02.2024 🇸🇦



















Alula – die Oase inmitten der Felsen: Alula ist kein trockenes Ödland. Dank natürlicher Quellen blüht mitten in den monumentalen Canyons eine riesige Oase mit über zwei Millionen Dattelpalmen und riesigen Zitrusbäumen. Ein Spaziergang auf dem Oasis Heritage Trail – inklusive einer frischen Orangensaft-Verkostung direkt vom Bauern – bricht alle klassischen Wüsten-Klischees auf.
Alula 24.02.2024 🇸🇦














Die Strecke von 280km ins Wadi Dissah, unser nächster Stellplatz, machen wir in zwei Tagesetappen. Wir wollen nämlich zuerst noch die Rainbow-Brücke sehen, was nochmals einige Kilometer mit Wellblech-Piste bedeutet. Aber wir werden nicht enttäuscht! Der riesige Bogen wölbt sich vor uns und lädt gerade zu Fotomotiven ein. Allerdings ist so ziemlich in der Mitte des Bogens der Sand ziemlich tief, was bereits einigen zum Verhängnis wurde.
Anschliessend nehmen wir die Strecke ins Wadi Dissah „unter die Räder“. Schon kurz nachdem wir Al-Ula verlassen, verändert sich die Landschaft deutlich. Die monumentalen Steinskulpturen werden ersetzt durch eine sehr bergig-karge Steinlandschaft. Die Strasse verändert sich auch und wir müssen unsere Geschwindigkeit deutlich reduzieren. Die Strasse führt uns auf etwas mehr als 1‘600m bevor es wieder runter geht. Nach etwa 190km ist für heute Schluss und wir suchen uns einen Platz für die Nacht. In der Zwischenzeit hat sich auch die Landschaft abermals verändert und wir treffen wieder auf ähnliche Bilder wie in Al-Ula. Mit der Hilfe der iOverlander App finden wir einen tollen Stellplatz gleich hinter einem grossen Felsen. Hier sind wir geschützt vom doch wieder ziemlich starken Wind und geniessen die tolle Aussicht.

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