Brasilien 🇧🇷
25.07.2026 Cuiabá 🇧🇷













Unser Weg führt uns immer mehr in den Dschungel und das Pantanal kommt immer näher! Heute stehen wir auf dem Camping Coxipó do Ouro (-15.51207,-55.96944), einem traumhaften Naturstellplatz mitten im Grünen. Erfrischung gibts im angrenzenden Fluss ohne Piranhas…so haben sie gesagt. Wir sind noch keine 5 Minuten auf unseren Stühlen vor dem Camper, kommen auch schon ein paar kleine, neugierige Schwarzschwanz-Seidenäffchen vorbei. Sie beobachten uns und wir sie, zeigen keine Scheu und lassen sich fotografieren (also die Äffchen….). Wir kriegen auch schon einmal einen Vorgeschmack was die Vogelwelt über die nächste Zeit parat hat. Alle paar Minuten kommt ein neuer Vogel (der auf der Hängematte nicht eingeschlossen….) und das heitere Raten das das wieder für einer ist hält uns auf trab. Auch ganz Zutrauliche gibt es, der schöne Grüne will einfach nicht mehr weg von Adriana….
28.07.2026 Poconé 🇧🇷



















Pocone, das Tor zum nördlichen Pantanal! Wir halten kurz im Ort selber, kaufen das wichtigste ein, tanken unseren BJ randvoll und gönnen uns ein Mittagessen im Dorfzentrum. Und dann gehts los, heute stehen wir auf der Posada Paraiso kurz nach dem Portal Transpantanal am obersten Ende der legendären Strasse. Von Pocone aus sind es noch etwa 16km und dann fängt die Naturstrasse an…..dachten wir. Nicht wirklich, schon kurz nach Pocone ist Ende Teer und Anfang Rumpelpiste. Also schnell noch den Druck runter damit wir Mensch und Material schonen können. Und endlich fahren wir durchs Portal und sind offiziell im nördlichen Pantanal angekommen. Nach ein paar Metern gehts gleich rechts rein zu unserem Stellplatz für die nächsten zwei Tage. Wir sind nicht alleine, ein Paar aus Deutschland mit einem Woelke Crafter und ein junges Pärchen, sie aus Seattle und er aus Ungarn, mit ihren Motorrädern sind bereits auf dem Platz. Und kurz nach unserer Ankunft kommen auch noch Kerstin, Uwe und ihr Hund Zhenga (Rodesian-Ridgeback) und ihrem grossen MAN LKW dazu. Nach ersten Naturbeobachtungen, wo wir grosse Aras, den berühmten Jabiru, aber auch grosse Echsen, die „Hausschildkröte“ und eine unendlich grosse Menge an unterschiedlichen Vögeln beobachten können, setzen wir uns mit den anderen Reisenden zusammen und erzählen uns unsere Geschichten. Am Abend gehts dann gemeinsam mit Kerstin und Uwe ins „Restaurant“ der Posada, wo die Mutter kocht, der Vater uns diversen Alkohol serviert und der Sohn für Unterhaltung sorgt. Wir entschliessen uns gemeinsam mit Kerstin und Uwe durchs Pantanal nach Porto Jofre zu fahren, worauf wir uns richtig freuen. Kerstin bucht auch gleich eine Jaguar Tour für unsere Tage in Porto Jofre, etwas dass man natürlich machen muss im Pantanal.
So nebenbei erzählt uns der Sohn des Besitzers, dass gestern etwa 200 meter von unserer Posada auch ein Jaguar gesichtet wurde….. Übrigens, der Jaguar ist die grösste Raubkatze auf dem amerikanischen Kontinent. Mit ihrer immensen Beisskraft, der grössten aller Raubkatzen, ihren kurzen Beinen und kräftigen Körper ist sie bestens für die Jagt im Pantanal geeignet. Auf dem Speisezettel stehen vor allem Kaimane und Capybaras…..
Was uns wohl noch alles erwartet in den nächsten Tagen?
29.07.2026 Poconé 🇧🇷











Heute machen wir uns auf den Weg. Und der hat es in sich….die legendäre Transpantaneira! Die Straße wurde in den 1970er Jahren vom brasilianischen Militärregime geplant. Die ursprüngliche Idee war monumental: Die Straße sollte das gesamte Pantanal-Feuchtgebiet von Nord nach Süd durchqueren (von Poconé bis nach Corumbá an der Grenze zu Bolivien). Nach 147 Kilometern ging jedoch das Geld aus und der Bau wurde im kleinen Ort Porto Jofre am Rio São Lourenço endgültig gestoppt. Heute endet die Straße dort buchstäblich im Nirgendwo vor dem Fluss.
Die Transpantaneira hält einen inoffiziellen Weltrekord: Auf den 147 Kilometern befinden sich über 120 Brücken. Früher waren fast alle diese Brücken aus Holz gebaut – oft in abenteuerlichem Zustand, morsch und schmal.In den letzten Jahren wurden die meisten der alten Holzbrücken durch moderne Betonbrücken ersetzt, was die Fahrt deutlich sicherer macht. Dennoch gibt es auf den letzten Kilometern Richtung Porto Jofre immer noch einige rustikale Holzkonstruktionen, die man vor der Überquerung mit einem schweren Wohnmobil kurz zu Fuß begutachten sollte.
Die Straße ist eigentlich kein Verkehrsweg, sondern ein gigantischer, erhöhter Damm (Aterro), der das Sumpfgebiet durchschneidet. Da links und rechts tiefe Wassergräben verlaufen, sammeln sich dort die Tiere.
Wir nehmen es gemütlich und machen die Strecke in zwei Tagen. Der erste Abschnitt ist knapp 50 km, mit den Tierbeobachtungen, den Pausen und dem Übernachten an einem gemütlichen Platz am Fluss füllt sich der Tag jedoch perfekt.
30.07.2026 Porto Jofre 🇧🇷















Unser zweiter Tag auf der Transpaneteira. Auch heute gibt es wieder einiges zu beobachten und langsam lösen Holzbrücken die stabilen Betonbrücken ab. Immer wieder hat es Schilder, dass die Brücken auf 5 Tonnen limitiert sind….also Augen zu und durch. Kerstin und Uwe gehen als erste über die Brücken…wenns bei ihnen hält, sollte es auch bei uns, so die Theorie. Er knarrt und rumpelt und wir sehen schon die Kaimane unter uns in freudiger Erwartung. Aber es geht alles gut.
Etwas wenig Glück haben wir am Ende mit dem Wetter! Am Nachmittag ziehen richtig schwarze Wolken auf und plötzlich fällt die Temperatur von 36 auf 25 Grad. Und dann öffnen sich Schleusen! Am Anfang macht es noch Freude….endlich etwas weniger Staub. Aber dann füllen sich unsere Profile mit Lehm und da die Strasse auf der einen Seite leicht abfällt, folgt nun eine richtige Rutschpartie. Schnell den 4×4 rein, welcher ein wenig hilft, aber glitschig ist es trotzdem. Die letzten Kilometer zerren an unseren Nerven, aber am Ende geht alles gut und wir erreichen Porto Jofre ohne Schaden.
31.07.2026 Porto Jofre 🇧🇷




























Heute gehts auf Jaguar Tour! Das Pantanal und speziell die Region um Porto Jofre ist der weltweit beste Ort um Jaguare in freier Wildbahn zu beobachten. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen und so gehts um 06:30 aufs Boot. Zu fünft, mit Kerstin, Uwe und unserem Führer Biru machen wir uns auf den Weg. Die Morgenstunden sind einmalig, die Stimmung über dem Wasser unvergesslich. Schon bald stossen wir auf die ersten Capybaras und Unmengen von Kaimanen begleiten uns regelmässig. Und schon bald wird uns bewusst, dieser Ort ist kein Geheimtip mehr! Über Funk kriegt Biru Meldung von einer Jaguar -Sichtung und es geht mit Volldampf vorwärts. Am Ort angekommen, treffen wir auf mindestens noch 15-20 andere Boote. Schon schnell merken wir, mit einem normalen 400er Telezoom bist du hier der absolute Bettler. Doch der Jaguar lässt sich nicht beeindrucken und kommt auch nicht für ein Foto in den Vordergrund. Wir gehen so nahe wie möglich an ihn ran und behalten die Bilder einfach in unserer Erinnerung. Nach etwa 45 Minuten machen wir uns wieder auf den Weg….und weiter geht die Jaguarsuche. Schon bald eine zweite Jaguarsichtung und wieder gehts ab wie die Feuerwehr! Der Fluss verwandelt sich in eine Formel 1 Rennstrecke für Tourenboote. Auch hier das gleiche Bild….der Jaguar liegt verdeckt auf einem Ast und geniesst das ganze Theater. Würden wir Kaimane beobachten, wären wir alleine…Zwischendurch geniessen wir die traumhafte Landschaft und die grosse Artenvielfalt an Tieren…..dort sind wir alleine. Nun sind wir bereits über 5 Stunden auf dem Boot und langsam denken wir ans retour fahren. Nicht so Biru! Und so fahren wir immer weiter dem Flusslauf entlang…Mittlerweile ist es Mittagszeit und die Jaguarjäger mit den unglaublich einmaligen Ausrüstungen geniessen jetzt ein wohlverdientes Mittagessen. Nicht so wir, denn jetzt sind wir fast alleine unterwegs als die Show los geht! Ein Jaguar läuft dem Fluss entlang und lässt sich plötzlich von der Strömung des Flusses treiben. Wir denken, er geniesst die Erfrischung und sucht sich weiter unten wieder einen Ausstieg….nicht so der Jaguar. Er schaut immer wieder ans Ufer und plötzlich schlägt er zu und packt sich einen grossen Kaiman. Wir werden Zeugen eines unglaublichen Schauspiels und wir kriegen „Gänsehaut“. Sowas haben wir noch nie gesehen und es ist auch schwierig in Worte oder Bilder zu fassen. Nach etwa 5 Minuten ist alles vorbei und der Jaguar verschwindet mit dem Kaiman. Das wars, dass kann nicht mehr überboten werden und wir machen uns auf den Rückweg. Was für ein Erlebnis, unglaublich!
01.08.2026 Porto Jofre 🇧🇷















Nach dem Vergnügen kommt die Arbeit…Nach der gestrigen Rutschpartie mit Regen gehts heute ans Vorbereiten für die Rückreise. Unsere Zwillingsreifen haben sich gefüllt mit Dreck und Lehm, welchen wir noch entfernen müssen bevor es wieder los geht. Ein paar Stunden später entscheiden wir, nochmals eine Nacht zu bleiben denn es wird schon bald dunkel und zu gefährlich um noch Strecke zu machen. Am nächsten Morgen gehts dann aber los und es heisst Abschied nehmen von Kerstin und Uwe. Der Start ist etwas holprig, denn die Strasse ist immer noch ziemlich schlammig. Unser BJ rutscht in allen Richtungen aber am Ende gehts gut. Also nochmals 120 Brücken in die andere Richtung und nach gut 5 Stunden sind wir wieder retour in der Posada Paraiso. Kurz vor der Ankunft gibt es noch einen Steinschlag auf die Frontscheibe. Also wissen wir schon, was wir am Montag machen werden.
03.08.2026 Cuiabá 🇧🇷













Nach ein paar gemütlichen Tagen auf der Posada Portal Paraiso heisst es ein zweites Mal Abschied nehmen, nicht nur von der Posada aber auch vom Pantanal. Zuerst geht es nach Cuiabá zum Autoglas. Unser Steinschlag kann repariert werden und Paolo macht einen guten Job. Nach einer Stunde ist alles repariert und es geht weiter zum Wäschesalon, wo wieder einmal unsere Wäsche gewaschen wird. Anschliessend geht es zu unserem heutigen Stellplatz beim Restaurant Sinuelo etwas ausserhalb von Cuiabá.
Kurz ausruhen und anschliessend noch ein paar Dinge erledigen….unter anderem das Gas wieder öffnen, damit wir wieder kochen können.
Das klappt aber nicht so ganz, denn einen der Anschlüsse hat es richtig durchgeschüttelt und gelöst. Nachdem ich den Hahn geöffnet habe, kommt das Gas zwar raus aber nicht ganz am richtigen Ort. Also geht es am nächsten Morgen nochmals zurück nach Cuiabá zu einem Gasexperten.
Bei TOP GÁS CONVERTEDORA GNV in Cuiabá finden wir ein gutes Unternehmen, welches uns unkompliziert und schnell hilft.
Mit etwas Verspätung geht es dann doch noch weiter in Richtung unseres heutigen Ziels, Rondonopolis.

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