Iraq 🇮🇶
Ramadi 20.03.2024 🇮🇶








Heute geht’s weiter mit der Einreise in den Irak. Um 09:00 heisst es wieder Dokumente abgeben, Dokumente retour, 50m fahren, dieselben Dokumente wieder abgeben….hier lernen wir europäische Grenzen schätzen. Um etwa 12:00 sind wir dan fertig mit der Einreise, jetzt muss nur noch unsere Truppe zum Schutz des Konvois auftauchen.
Und siehe da, es geht los! Aber nicht lange….zusammengefasst, es gibt mehr als 10 Ablösungen wo es jedes Mal wieder ein bisschen Wartezeit gibt. Um etwa 21:30 erreichen wir, 420km später, endlich unseren „Stellplatz“ in Ramadi am Euphrat. Hier treffen wir auch unsere Kollegen der Afrika-Tour, diese haben die 420km noch vor sich bevor es dann nach für sie nach Jordanien, Saudi Arabien und via Jeddah nach Dschibuti geht.
Bagdad 21.03.2024 🇮🇶














Und weiter geht die Reise…Heute geht’s von Ramadi nach Bagdad. Etwa 130km, also nicht weit und wir entscheiden uns unseren Stellplatz erst um 10:00 zu verlassen. 6 Stunden später sind wir an unserem Stellplatz in Bagdad! Unzählige Begleitungswechsel, Militär sagt ja, Polizei nein und Spezialtrupp ist nicht sicher oder so ähnlich. Es geht immer wieder weiter und alle geben sich Mühe und lächeln immer freundlich….wir am Anfang auch noch, gegen Ende fällt uns das Lachen immer schwerer.
Unser Stellplatz ist gleichzeitig auch ein Luna Park und es ist einiges los am Abend. Aber das stört uns nicht, denn wir dürfen die nächsten drei Nächte hier stehen und Bagdad und Babylon besuchen.
Bagdad 22.03.2024 🇮🇶

























Heute heisst unser Ziel natürlich Bagdad….die Stadt aus 1001 Nacht, von Aladin und der Wunderlampe aber auch in der näheren Vergangenheit vieler trauriger Ereignisse.
Und diese Ereignisse verfolgen uns den ganzen Tag. Wir besuchen als erstes das riesige Märtyrermonument Al-Shaheed welches ursprünglich durch Saddam Hussein im Gedenken an die Toten des Irakkrieges erstellt wurde.
Anschliessend geht’s zu einer katholischen Kirche, welche auch bei uns Bekanntheit erlangt hat. Es handelt sich dabei um die Sayidat-al-Nejat-Kathedrale welche am 31. Oktober 2010 durch islamistische Terroristen überfallen wurde. Dabei kamen 68 Menschen ums Leben und circa 60 wurden verwundet. Die Atmosphäre in der Kirche ist etwas beklemmend, zum Glück übt gerade der Kinderchor ein paar Lieder und unsere Gedanken werden abgelenkt. Das gesamte Kirchenareal ist immer noch mit dicken Betonmauern geschützt und irgendwie sind wir froh wieder in den Bus einzusteigen und zum nächsten Ort zu fahren.
Die etwas bedrückte Stimmung lässt uns allerdings nicht mehr los. Wir erleben eine Stadt, welche sich nach jahrelangen Kriegen versucht zu erholen. Immer wieder treffen wir auf sehr liebe und neugierige Menschen, welche uns mit sehr viel Stolz ihr Handwerk zeigen.
Die einst stolze Stadt Bagdad hat jedoch ihren Stolz verloren und es wird viele Jahre und eine stabile Lage benötigen um den einstigen Glanz wiederherzustellen. Wir sehen sehr viele Ruinen, Einschusslöcher sind überall sichtbar und viele Gebäude sind einsturzgefährdet.
Unser teilweiser Ärger und das Unverständnis über viele Dinge während der letzten Tage verfliegt immer mehr, je tiefer wir uns mit diesem Land beschäftigen. Das unglaubliche Leid welches das irakische Volk in der Vergangenheit erlitten hat und immer noch erleidet macht uns nachdenklich.
Der Besuch von Bagdad war mit Sicherheit nicht der Schönste aber einer der Bleibendsten unserer Reise.
Palast von Saddam Hussein 23.03.2024 🇮🇶













Tagesausflug im Reisebus, nein….nicht schon wieder! Aber das Ziel ist etwas ganz besonderes. Zuerst geht’s zum „Palast“ von Saddam Hussein und anschliessen zu den Ruinen von Babylon. Eigentlich ist alles auf dem gleichen Gelände und so lässt es sich gut kombinieren. Nach gut 2 Stunden Fahrt erreichen wir unser Ziel.
Zuerst geht’s zum ehemaligen Palast von Saddam Hussein. Von aussen ist das Gebäude äusserst imposant und auch von innen kann man sich den unglaublichen Prunk gut vorstellen. Nach dem Sturz des Diktators im 2003 wurde der Palast allerdings für vieles benutzt und der einstige Glanz fiel Graffiti und Unmengen von Müll zum Opfer. Erst seit kurzem sind Führungen möglich und es bestehen Bestrebungen, den Palast als Touristenattraktion anzubieten. Auf unsere Frage, weshalb denn die Unmengen an Müll nicht beseitigt werden, blicken wir in ein fragendes Gesicht. Nach kurzer Bedenkzeit erhalten wir die Antwort: Eigentlich wisse man schon, dass es gemacht werden müsste, aber die Prioritäten sind zur Zeit bei anderen Themen und die Reinigung müsse halt noch etwas warten…..
Während dem Rundgang durch das gesamte Gebäude kann man sich sehr gut vorstellen, wie hier mal gelebt wurde, allerdings wird einem auch der Grössenwahnsinn dieses Bauwerks mehr und mehr bewusst.
Nach etwa 90 Minuten ist genug und wir laufen zu den Ruinen von Babylon.
Babylon 23.03.2024 🇮🇶

















Ich schmücke mich hier mit fremden „Federn“ und nutze zum Thema Babylon einen Artikel der FAZ vom 06.07.2019:
Babylon mit der Residenz des sagenumwobenen Königs Nebukadnezar II. (etwa 604 bis 562 vor Christus) war eine der wichtigsten Stätten des Altertums. Die als älteste Metropole der Welt bezeichnete Stadt lag am Euphrat, etwa 90 Kilometer südlich der heutigen irakischen Hauptstadt Bagdad. Der Komplex umfasst zehn Quadratkilometer, von denen bisher nur etwa 18 Prozent freigelegt wurden. Die befestigte Stadt aus Lehmziegelgebäuden ist bekannt für ihre hängenden Gärten, den sprichwörtlich gewordenen Tempelturm und das Ischtar-Tor, von dem Teile unter anderem im Pergamon-Museum in Berlin ausgestellt sind. Die Welterbe-Kommission entschied sich nach irakischen Protesten dagegen, Babylon auf die Liste des gefährdeten Welterbes aufzunehmen, obwohl die Stätte in „extrem gefährdetem Zustand“ sei. Zwischen 2003 und 2004 nutzten polnische und amerikanische Truppen das Gelände in der Nähe der uralten Stadt als Stützpunkt. Dabei kam es zu massiven Schäden. Jahrzehntelang versuchte die irakische Regierung, die Ruinenstadt zum Weltkulturerbe zu machen. Nun endlich, im 2019, steht die antike Ruinenstadt Babylon nun auf der Welterbeliste der Unesco.
Nach der eindrücklichen Führung geht’s auf dem Heimweg noch in eine bekannte Bäckerei, die Bab Alagha Bakery, kurz vor Bagdad. Können wir sehr empfehlen und wenn man nichts kaufen will, kommt man sicher trotzdem satt aus dem Laden raus, denn Probieren ist ein Muss.
„Zu Hause“ gibt’s dann noch einen schönen Sonnenuntergang.

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