Brasilien 🇧🇷
Der Weg nach Rio de Janeiro

Wir verlassen Petropolis und es geht nur noch runter (mit den Höhenmetern….). Petropolis liegt auf fast 850m und Rio de Janeiro, natürlich, auf Meereshöhe. Und heute sind nicht gerade ideale Voraussetzungen für die steile, kurvenreiche Abfahrt. Im Nebel machen wir uns auf und nehmen es gemütlich.
Die Vorfreude auf Rio de Janeiro ist riesig und wir werden nicht enttäuscht. Rio ist jedoch viel mehr als Copacabana und Zuckerhut! Was die Stadt zu bieten hat ist unglaublich und unser kurzer Bericht wird der Stadt nur zum Teil gerecht. Rio muss man erlebt, spüren, geniessen!

Unser heutiges Ziel ist das Fritz House, ein bekannter Stellplatz unter Overlandern. Der Platz befindet sich südlich vom Stadtzentrum von Rio de Janeiro und unser Ziel ist es, nicht im dichten Stadtverkehr dieser 12 Millionen Stadt zu enden….. Nun, Ziele werden nicht immer erreicht und schon bald wird es hektisch. Links oder rechts, uh das war doch ein Lastwagenverbot, ist diese Brücke hoch genug, schon wieder ein Radar…..aber wir schaffen es und sind schon bald beim Fritz.

Denn der Besitzer heisst Fritz und sein Vater kam aus Deutschland. Er spricht perfekt Deutsch, obwohl er ein richtiger Carioca ist, so nennt man jemanden der in Rio geboren ist. Der Stellplatz von Fritz ist richtig im Dschungel und wir werden gleich von Affen und Vögeln begrüsst.

Den Rest des Tages nutzen wir für einen kurzen Ausflug an den Strand (Praia do Pepê / Barra da Tijuca) gleich unterhalb vom Fritz House und lassen den Tag so gemütlich ausklingen.
Fotogalerie Petropolis nach Rio de Janeiro
Von Ipanema bis Zuckerhut

Tag eins in Rio de Janeiro und los gehts! Unser erstes Ziel ist Ipanema, einer der berühmtesten und wohlhabendsten Stadtteile von Rio de Janeiro. Er ist weltbekannt für seinen zwei Kilometer langen, weissen Sandstrand, der direkt an die Copacabana grenzt.
Hier entstand der Bossa-Nova-Boom in den 1960er. Den weltweiten Durchbruch feierte das Viertel durch die Musik. Der Komponist Antônio Carlos Jobim und der Dichter Vinícius de Moraes schrieben hier den Bossa-Nova-Hit „Garota de Ipanema“ (The Girl from Ipanema), inspiriert von einer jungen Frau, die an der damaligen Bar Veloso (heute Garota de Ipanema Bar) vorbeilief. Aber auch der Tanga und vieles mehr hat seine Wurzeln oder wurde durch Ipanema bekannt gemacht.

Vielmehr als einfach in einer Bar sitzen und dem Treiben zuzuschauen braucht man nicht, man fühlt sich richtig entspannt. Dazu natürlich einen Caipi in der Hand und die Sonnenbrille darf auch nicht fehlen, auch wenn die Sonne an unserem ersten Tag noch etwas zurückhaltend ist.
Auf unserem ersten Spaziergang durch Ipanema entdecken wir das Boteco Belmonte (Av. Vieira Souto 236), welches sehr guten Caipirinha und auch gutes Essen zu ansprechenden Preisen bietet. Unser erster Besuch wird nicht der letzte bleiben, denn die Atmosphäre ist einmalig.

Am zweiten Tag geht es dann richtig los. Zuerst besuchen wir das Museu do Amanhã, dem Museum der Zukunft, ein futuristisches Wissenschaftsmuseum welches als eines der modernsten und meistbesuchten Museen Südamerikas gilt.
Das spektakuläre, skelettartige Gebäude wurde vom weltberühmten spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfen. Es ragt direkt in die Guanabara-Bucht hinein und nutzt Solarflügel, die sich mit der Sonne bewegen. Die Aussicht ist spektakulär und nicht typisch für Rio. Die Ausstellung lassen wir sein, der Tag ist zu schön um drinnen zu verweilen. Ein kurzer Kaffeestopp im hinteren Teil des Museums ist jedoch zu empfehlen, denn hier ist es ruhig und die Aussicht zum geniessen.
Video: Museu do Amanhā / Rio de Janeiro
Von dort aus geht es weiter zum Königlich portugiesisches Kabinett der Literatur, dem Real Gabinete Português de Leitura. Die Wege sind relativ kurz und es lässt sich alles gut zu Fuss erreichen. Es ist allerdings zu empfehlen, den Weg auf den stark frequentierten Strassen zu wählen, den es gibt etliche Quartiere, welche besser nicht passiert werden sollten. Uber ist natürlich immer eine gute Option und sehr populär in Rio. Wir haben uns sehr sicher und in keiner Weise unwohl gefühlt. Das Kabinett ist allerdings ein richtiger Hotspot and die Schlange wirklich lange und heute ist es so richtig heiss. Also verzichten wir auf den Inhalt und geniessen die beeindruckende Architektur von aussen.

Also weiter geht es zur Kathedrale von Rio de Janeiro oder besser Catedral Metropolitana de São Sebastião do Rio de Janeiro. Das Gebäude wurde von Edgar de Oliveira da Fonseca entworfen und zwischen 1964 und 1979 erbaut. Die kegelförmige Struktur ist von den Pyramiden der Maya inspiriert. Sie symbolisiert die Gleichheit aller Menschen vor Gott. Mit einer Höhe von 75 Metern und einem Innendurchmesser von 96 Metern bietet die säulenfreie Kirche Platz für bis zu 20’000 stehende Besucher.
Unser Stadtrundgang ist noch nicht zu Ende, aber die Hitze nimmt nun richtig zu, 36 Grad soll es heute sein und das bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Aber man ist ja nicht jeden Tag in Rio.

Unser nächstes Ziel ist die berühmte Escadaria Selarón (offiziell Rua Manuel Carneiro und historisch auch als Escadaria do Convento bekannt), eine weltberühmte, bunt geflieste Treppe in Rio de Janeiro. Sie verbindet das lebhafte Ausgehviertel Lapa mit dem höher gelegenen Künstlerviertel Santa Teresa. Auch hier trifft sich das Touristenvolk. Wir gehen die Treppe rauf, machen Fotos und gehen weiter, es ist uns doch etwas zu voll.

Als Abschluss gibt es heute noch den berühmten Copacabana. Und was für ein Betrieb heute herrscht! Es ist ein Wochentag und der Beach ist voll. Einfach einen tollen Spot suchen und beobachten, diese Atmosphäre ist unglaublich. Wir könnten uns ewig hier aufhalten, aber ein Tag durch Rio macht richtig Müde. Und so geht es schon bald wieder mit einem Uber retour ins Fritz House.

Am zweiten Tag gehts dann rauf auf den Zuckerhut, ein absolutes Highlight, speziell in den späten Nachmittagsstunden. Dies sind unvergessliche Momente, an die wir noch lange denken werden.
Fotogalerie Rio de Janeiro Teil 1
Botanische Garten und Corcovado

Die Tage in Rio fliegen und wir geniessen jede Minute. Zur Feier unseres 30.Hochzeitstags haben wir ein ziemlich gedrängtes Programm zusammengestellt. Zuerst gehen wir in den Botanischen Garten, mitten in Rio.

Der Jardim Botânico do Rio de Janeiro ist eine der bedeutendsten grünen Oasen und wichtigsten tropischen Forschungsstätten weltweit. Gegründet im Jahr 1808 von König João VI., beherbergt das 140 Hektar grosse UNESCO-Biosphärenreservat über 8’000 Pflanzenarten, historische Denkmäler und eine reiche Tierwelt.
Anschliessend gehts zum Mittagessen in ein tolles Restaurant (Boutique do Mar, Praça Santos Dumont, 6b – Gávea) etwas abseits der Touristenpfade.

Am Nachmittag dann das nächste Highlight, der Corcovado! Der Corcovado (übersetzt „der Bucklige“) ist ein 710 Meter hohe Berg im Tijuca-Nationalpark. Er ist weltberühmt, weil auf seinem Gipfel die monumentale Christusstatue Cristo Redentor steht.

Wir entscheiden uns, den Corcovado mit der Zahnradbahn zu besuchen. Es gäbe auch noch einen Bus und den Fussweg, aber bei wiederum 36 Grad fühlt es sich besser in der Zahnradbahn. Und da es sich um eine Bahn vom Schweizer Unternehmen Stadler Rail handelt, müssen wir diese natürlich nutzen. Das ganze ist weit weniger Hektisch als die Fahrt auf den Zuckerhut.

Oben angekommen, treffen wir jedoch auf ähnliche Menschenmassen. Wir geniessen die Aussicht, welche natürlich überwältigend ist, gehen aber anschliessend zügig wieder retour. Es geht noch nach Ipanema für einen Drink zum Sonnenuntergang. Ein ziemlich gefüllter aber unglaublich eindrücklicher Tag geht so gemütlich zu Ende.































































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