Brasilien 🇧🇷
Conceição de Jacareí 02.09.2026 🇧🇷















Nach sieben Tagen verlassen wir Rio de Janeiro wieder. Wir schauen zurück auf sieben traumhafte Tage, welche wir immer in Erinnerung behalten werden. Rio, wir kommen wieder! Es geht nun wieder in Richtung Süden, entlang der Küste auf der BR 101. Es fühlt sich an wie eine Fahrt durch den Dschungel, die Strasse ist jedoch sehr gut ausgebaut und nur mässig befahren. In Conceição de Jacareí machen wir dann auf einem schönen Stellplatz am Meer Halt. Begrüsst werden wir durch die Besitzerfamilie und…..Alberto. Alberto ist ein sehr zutraulicher Schafbock, welcher ganz auf den Besitzer fokussiert ist. Er folgt ihm auf Schritt und Tritt, lässt ihn keine Sekunde aus den Augen. Das Dörfchen ist sehr einfach, ein paar Restaurants und Kaffees. Der wahre Grund für grossen Parkplätze ist der Bootshafen, wo die Schiffe zum Transfer auf die Ilha Grande stehen. Ilha Grande ist mit 193km2 die größte Insel des Bundesstaates Rio de Janeiro. Sie liegt an der wunderschönen Costa Verde und gehört zur Gemeinde Angra dos Reis. Die Insel wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt und ist ein echtes ökologisches Schutzgebiet des Atlantischen Regenwaldes, auf dem keine Autos erlaubt sind. Die Insel bietet über 100 Strände. Zu den berühmtesten gehören der unberührte Praia de Lopes Mendes (oft als einer der schönsten Strände Brasiliens ausgezeichnet), der Praia do Aventureiro (bekannt für seine ikonische, waagerecht wachsende Palme) und der abgelegene Praia do Caxadaço. Wir entscheiden uns allerdings am Festland zu bleiben und die Insel aus der ferne zu beobachten, den morgen soll es bereits wieder weitergehen.
Paraty 04.09.2026 🇧🇷





















Nach einem gemütlichen Start in den Morgen, machen wir uns auf den Weg nach Paraty (pa-ra-TSCHI). Auch heute führt uns der Weg wieder durch wunderschöne Landschaften entlang der Küste Brasiliens. Paraty liegt nur etwa 120km südlich von unserem Stellplatz und so ist unsere heutige Fahrt nicht allzu lange. Wir wollen das schöne Wetter allerdings noch geniessen, denn ab Samstag soll es regnen.
Paraty ist eines der faszinierendsten Reiseziele Brasiliens, weil hier koloniale Geschichte, Piratenlegenden und tropische Natur perfekt aufeinandertreffen.
Geografisch liegt die Stadt eingebettet zwischen den steilen, von dichtem Atlantischem Regenwald (Mata Atlântica) bewachsenen Bergen und einer Bucht mit über 60 Inseln und fast 100 Stränden.
Seit 2019 gehört die Stadt gemeinsam mit der umliegenden Region Ilha Grande zum UNESCO-Welterbe. Das historische Zentrum wurde im 18. Jahrhundert so flurnah gebaut, dass es monatlich von der Flut überschwemmt wird. Das Meerwasser dringt durch spezielle Öffnungen in den Mauern in die Straßen ein und reinigt diese. Die kolonialen Häuser spiegeln sich dann im Wasser – ein wunderschönes Fotomotiv! Zu dieser Zeit kann man die Straßen nur noch zu Fuß in Gummistiefeln oder mit kleinen Booten passieren.
Im 17. und 18. Jahrhundert war Paraty der wichtigste Exporthafen für das Gold, das die Portugiesen in den Minen von Minas Gerais abbauten. Der Caminho do Ouro ist ein von Sklaven aus riesigen Steinen gebauter Weg durch den dichten Regenwald, auf dem das Gold an die Küste transportiert wurde. Da der Weg oft von Piraten überfallen wurde, verlor er später an Bedeutung, als eine sicherere Landroute direkt nach Rio de Janeiro gebaut wurde.
Die Altstadt steht unter strengem Denkmalschutz und ist komplett für Autos gesperrt. Die Straßen sind mit unebenem Kopfsteinpflaster (Pé de Moleque) ausgelegt. Wer genau hinsieht, entdeckt an den weißen Hauswänden farbige Freimaurer-Symbole und geometrische Muster, die von den Erbauern im 18. Jahrhundert hinterlassen wurden.
Paraty ist in ganz Brasilien berühmt für die Produktion von hochwertigem Cachaça (Zuckerrohrschnaps). Im 18. Jahrhundert gab es hier so viele Destillerien, dass das Wort „Paraty“ in Brasilien zeitweise ein Synonym für Cachaça war. Noch heute kann man traditionelle Alambiques (Brennereien) in den Bergen rund um die Stadt besuchen und den berühmten Cocktail Jorge Amado (Cachaça, Maracuja und Nelken) probieren.
Paraty 07.09.2026 🇧🇷























Paraty fasziniert uns und so bleiben wir auch hier für vier Tage „hängen“. Es gibt noch so viel zu sehen, zum Beispiel das Forte etwas oberhalb der Stadt. Das Forte Defensor Perpétuo ist das einzige noch erhaltene historische Fort in Paraty und ein bedeutendes Kulturdenkmal. Die im Jahr 1703 erbaute und 1822 rekonstruierte Festung liegt auf dem Hügel Morro da Vila Velha nördlich des Stadtzentrums. Sie diente ursprünglich dazu, den Hafen und die wertvollen Goldtransporte der Region vor Piraten und feindlichen Invasionen zu schützen. Der Name des Forts klingt fast wie ein unbezwingbarer Superheld – und das hat einen politischen Grund. Als Brasilien 1822 seine Unabhängigkeit von Portugal erklärte, wurde der erste Herrscher, Dom Pedro I., vom Volk zum Kaiser gekrönt und erhielt offiziell den Ehrentitel „Defensor Perpétuo do Brasil“ (Ewiger Verteidiger Brasiliens). Um dem frischgebackenen Kaiser die Treue zu schwören, taufte die Stadt Paraty ihre in diesem Jahr eilig rekonstruierte Festung kurzerhand nach ihm.
Im Städtchen selbst gibt es auch noch einiges, speziell während den Tagen wo wir hier sind findet auch am 7.September der Brasilianische Unabhängigkeitstag statt. Und wie könnte es anders sein….es wird mit viel Musik gefeiert. Im Unterschied zur Schweiz fängt hier die Musik aber um 22:00 an und zieht sich weit über Mitternacht hin und dass an jedem Abend in voller Lautstärke. Der Vorteil ist, wir hören so keine Hunde die bellen.
Und natürlich darf der Cachaça (Zuckerrohrschnaps) nicht fehlen. Auch den probieren wir natürlich. Ob im Caipirinha oder in der lokalen Spezialität Jorge Amado, das muss man einfach probiert haben. Den Rückweg bis nach Hause sollte man allerdings nicht unterschätzen….die unebene Strasse gemischt mit ein wenig Cachaça stellen eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar. Die Drinks waren aber so gut, wir haben uns gleich noch mit Cachaça eingedeckt….
Ubatuba 09.09.2026 🇧🇷

























Nach ein paar sehr schönen Tagen verlassen wir Paraty in Richtung Ubatuba, oder etwas genauer Maranduba. Maranduba ist ein kleiner Ort etwas südlich von Ubatuba. Die Fahrt ist anspruchsvoll, aber traumhaft. Der Küstenabschnitt entlang der BR101 ist einer der schönsten in Brasilien. Die Landschaft ist einmalig und man kommt nicht mehr aus dem Staunen. Berge, Inseln, Dschungel und dann wieder traumhafte Strände. Wir geniessen die Fahrt, müssen uns allerdings gut konzentrieren, denn so eine Fahrt auf der Landstrasse mitten im Dschungel hat manchmal auch seine Tücken….Äste, welche auf die Fahrbahn ragen ist nur ein Beispiel.
Unser Platz in Maranduba ist direkt am Meer, leider erwartet uns aber eine längere Regenperiode. Wir nutzen den Regen um wieder einmal ein paar Hausarbeiten zu erledigen und die kurzen Regenunterbrüche für längere Spaziergänge am Meer. Der Platz wird gut bewacht durch zwei Hühner und einen Gockel. Regelmässiger Besuch bei uns ist garantiert, speziell wenn wir sie füttern. Scheinbar hat der Besitzer die Hühner und den Gockel nur, weil diese Truppe die Taranteln auf dem Grundstück jagen…..na dann gute Jagd! Die zwei Tage vergehen wie im Flug und exakt mit unserer Abreise zeigt sich auch die Sonne wieder.
Bertioga 12.09.2026 🇧🇷




















Wir verlassen unseren Stellplatz in Maramduba und machen uns auf den Weg nach Riviera Sao Lorenzo entlang der Küstenstrasse BR 101. Die Strecke bietet einiges…Die ersten Kilometer fahren wir auf einer sehr gut ausgebauten Schnellstrasse, welche schon bald in einem ziemlich langen Stau endet. Wie meistens hier in Brasilien wird man auch im Stau gut unterhalten. Wir sehen zum Beispiel den grössten Ventilator oder wie sich Mütter während dem Stau beschäftigen. Etwa nach 90 Minuten löst sich das ganze wieder auf und es geht weiter. Schon bald verlassen wir die Schnellstrasse und es wird steil und eng. „Ist das die offizielle Strasse“ fragen wir uns, aber es ist sie definitiv. Gut, dass es heute wieder einmal nicht regnet, bei schlechtem Wetter wäre es nicht so toll. Die Aussicht ist unglaublich aber die Strasse lässt keine Fehler zu. Und so sind wir froh, dass wir im späteren Nachmittag in Riviera Sao Lorenzo ohne Zwischenfälle eintreffen. Unser Stellplatz ist toll ausgebaut mit allen was man braucht und wir entscheiden uns mal zwei Tage zu bleiben.

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